Das Bildnis des Dorian Gray Filmkritik

Ganz frisch und aktuell hier noch die Review zu Oliver Parkers neuestem Werk Das Bildnis des Dorian Gray (Dorian Gray) von 2009, in Deutschland aber erst seit Mitte April 2010 in den Kinos.

Dorian Gray (Ben Barnes) zieht nach London, um das Erbe anzutreten, das ihm sein Großvater Lord Kelso hinterlassen hat. Recht schnell lernt er den Maler Basil Hallward (Ben Chaplin) kennen, der beginnt, ein Portrait von dem jungen Schönling anzufertigen. Auf einer der vielen Londoner Partys macht Dorian die Bekanntschaft von Lord Henry Wotton (Colin Firth), von vielen nur Harry genannt. Dieser recht zynische, aber doch sehr faszinierend Mann beginnt den unschuldigen Dorian zu beeinflussen, nimmt ihn mit in Bars, Clubs und Bordelle. Nach Ferigstellung von Basils Portrait ist der junge Dorian schnell das Stadtgespräch und Dorian stellt fest, dass er sogar seine Seele dem Teufel überlassen würde, wenn er nur auf ewig so aussehen könnte wie auf Basils Gemälde. Er beginnt das Leben zu leben, das Harry ihm predigt, verführt Frauen, trinkt und feiert. Er verlobt sich mit einer einfachen kleinen Schauspielerin namens Sybil Vane (Rachel Hurd-Wood), lässt sich aber von Harry überzeugen diese Verbindung wieder zu lösen, was das Mädchen in den Tod und ihren Bruder, der versucht Dorian für den Verlust seiner Schwester ebenfalls umzubringen, in die Irrenanstalt. Bald schon stellt Dorian fest, dass sein Portrait ein Eigenleben zu entwickeln scheint und sich verändert. Um es vor Blicken anderer zu verbergen, versteckt er das Bild auf dem Dachboden seines Hauses. Bald des Londoner Lebens müde, begibt er sich auf eine Weltreise. Als er zurückkehrt, ist Harry inzwischen ergraut und dessen Tochter Emily (Rebecca Hall), die zu Beginn von Dorians Reise noch gar nicht auf der Welt war, inzwischen eine junge Frau. Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Ich hoffe ich habe nicht zuviel verraten. Zumindest werde ich hier erst einmal keinen Vergleich zwischen Oscar Wildes Werk und der filmischen Umsetzung ziehen, da ich dafür das Buch zunächst noch einmal lesen muss. Regisseur Oliver Parker allerdings gilt als Wilde-Spezialist, und so ist dieser Film nicht der erste von ihm, der auf einer Literaturvorlage von Oscar Wilde basiert.

Insgesamt hat mich der Film sehr fasziniert. Die Inszenierung war wirklich gelungen, der Soundtrack von Charles Mole hat die Wirkung, die der Film erziehlen wollte, perfekt eingefangen und verstärkt. Besonders gelungen fand ich die Szenen mit dem Portrait von Dorian, dem zunächst sehr kleine Änderungen anzumerken waren, bald aber schon begannen sich Maden im ach so schönen Gesicht zu tummeln. Auch war die Kamera dort gut eingesetzt, es wirkt, als würde das Bild quasi Dorian beobachten und anstarren. Auch waren immer wieder, gerade im späteren Verlauf des Filmes, die schweren Atemzüge des malträtierten Kunstwerkes zu hören. Und auch die Gestaltung des Bildes am Ende des Filmes war zwar “unappetitlich”, aber mehr als gelungen. Sehr schön inszeniert fand ich nebenbei auch noch die diversen lasterhaften Bettgeschichten, denen sich Dorian im Laufe seines Lebens hingibt. Geschmackssache ja, aber szenetechnisch sehr ansprechend gestaltet.

Ben Barnes spielt fantastisch, und auch Colin Firth ist die perfekte Besetzung für den Zyniker Henry Wotton. Aber Ben Barnes, am ehesten ja bekannt in seiner Rolle als Prinz Kaspian von Narnia hat mich wirklich umgehauen. Ich habe ihm wirklich jedes noch so kleine Bisschen vollends geglaubt.

Und bevor ich hier noch mehr ins Schwärmen gerate: Der Film ist wirklich gelungen, fasziniert und begeistert, wenn man sich darauf einlässt. Ich zumindest fand ihn wirklich toll.

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